Proprietäre Middleware – ein Flickenteppich statt Integration
Die Realität in vielen Laboren sieht anders aus, als es die Anbieter proprietärer Middleware versprechen. Statt einer einheitlichen Integrationsschicht entstehen häufig Parallelwelten: mehrere Middleware-Systeme, dazu direkte Geräteschnittstellen. Die Business-Logik – also Regeln für Aufträge, Validierungen oder Datenverarbeitung – verteilt sich auf unterschiedliche Stellen. Das Ergebnis sind fragmentierte Prozesse, erhöhter Wartungsaufwand und eine steigende Komplexität, die langfristig schwer beherrschbar ist.
Hinzu kommt, dass proprietäre Systeme Anpassungen oft nur eingeschränkt zulassen. Neue Geräte oder Funktionen können meist nur über den jeweiligen Hersteller angebunden werden – verbunden mit Kosten, Wartezeiten und einer klaren Abhängigkeit. Flexibilität sieht anders aus.
Beispiel aus der Praxis: Allgemeine Integrationsplattformen stoßen an Grenzen
Ein Beispiel aus der Praxis ist Mirth Connect, eine weit verbreitete Integrationsplattform im Gesundheitswesen. Ursprünglich für den Austausch von HL7-Nachrichten entwickelt, eignet sich Mirth gut für klassische Schnittstellen zwischen IT-Systemen, etwa zwischen KIS und LIS. Für die spezifische Anbindung von Laborgeräten ist es jedoch nicht ausgelegt: Gerätesteuerung, bidirektionale Kommunikation oder das Auslesen gerätespezifischer Funktionen gehören schlicht nicht zum Kernkonzept.
Hinzu kommen aktuelle Herausforderungen bei der Lizenzierung. Während Mirth lange Zeit auch in einer Open-Source-Variante gepflegt wurde, sind neuere Versionen nur noch proprietär verfügbar. Labore, die auf diese Plattform gesetzt haben, sehen sich damit plötzlich vor strategischen Entscheidungen – etwa ob sie mit einer eingefrorenen Community-Version weiterarbeiten oder auf ein kostenpflichtiges Modell umsteigen.
Diese Beispiele verdeutlichen, warum Labore eine Lösung brauchen, die von Beginn an für den Gerätefokus entwickelt wurde – offen, modular und unabhängig.
Eine Middleware speziell für Laborgeräte
Der medicalvalues Open Device Integration Service wurde genau mit diesem Anspruch entwickelt: eine Middleware, die Laborgeräte nahtlos integriert und dabei volle Flexibilität bietet.
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Moderne Architektur: API-first, modular und auf Hochverfügbarkeit ausgelegt.
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Volle Gerätefunktionalität: Bidirektionale Kommunikation ermöglicht nicht nur das Auslesen, sondern auch die Steuerung von Geräten.
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Offene Standards: Unterstützung für FHIR, HL7 und LOINC sorgt für Interoperabilität mit anderen Systemen.
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Modularer Aufbau: Neue Gerätetreiber können flexibel ergänzt werden – ohne Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter.
Freiheit durch Community
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Community-getriebenen Entwicklung. Labore können Prioritäten setzen, eigene Treiber beisteuern oder auf vorhandene Komponenten zurückgreifen. Wissen wird geteilt, Entwicklungen sind transparent und können von anderen adaptiert werden. Dadurch entsteht ein Ökosystem, das Innovation fördert und allen Beteiligten zugutekommt.
Diese Offenheit macht den medicalvalues Open Device Integration Service zu einer nachhaltigen Alternative gegenüber proprietären Lösungen, die Innovation oft durch Lizenzmodelle und geschlossene Schnittstellen ausbremsen.
Praxisbeispiele: Unterschiedliche Anforderungen, gleiche Basis
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Kleines Speziallabor: Ein Labor für Hormon- und Stoffwechselanalysen möchte ein neues Analysegerät anbinden, das bisher keine Schnittstelle zum bestehenden LIS bietet. Mit dem medicalvalues Open Device Integration Service kann kurzfristig ein eigener Treiber entwickelt werden – zunächst in Kooperation mit der Community, später angepasst an die spezifischen Anforderungen des Labors. Die Integration gelingt ohne hohe Zusatzkosten und ohne Wartezeit auf den Gerätehersteller.
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Großes Kliniklabor: Eine universitäre Einrichtung betreibt eine Vielzahl an Geräten unterschiedlicher Hersteller. Bislang laufen mehrere Middleware-Systeme parallel, die jeweils nur Teile der Geräte abdecken. Das führt zu redundanten Prozessen und fragmentierter Business-Logik. Mit dem medicalvalues Open Device Integration Service kann das Labor eine einheitliche Integrationsschicht schaffen: Alle Geräte werden über eine zentrale Middleware angebunden, während gleichzeitig die Möglichkeit besteht, Treiber und Logik bei Bedarf intern zu erweitern. Die Komplexität sinkt, die Flexibilität steigt.
Diese beiden Szenarien zeigen, dass der medicalvalues Open Device Integration Service nicht auf eine bestimmte Größe oder Struktur zugeschnitten ist. Entscheidend ist die Offenheit: vom Einzellabor bis zum Maximalversorger profitieren alle von einer klaren, offenen Architektur.
Managed Service: Offenheit mit professioneller Unterstützung
Nicht jedes Labor möchte den Eigenbetrieb einer Middleware verantworten. Für diesen Fall gibt es den Open Device Integration Service auch als Managed Service:
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24/7-Support und Updates sichern den Betrieb ab.
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Validierte Prozesse stellen sicher, dass regulatorische Anforderungen erfüllt bleiben.
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Kein Lock-in: Trotz professionellem Betrieb bleibt die offene Architektur erhalten – das Labor behält jederzeit die Freiheit, Anpassungen vorzunehmen oder den Betrieb wieder selbst zu übernehmen.
Damit verbindet medicalvalues die Vorteile von Open Source mit der Betriebssicherheit eines Enterprise-Angebots.
Fazit
Die Integration von Laborgeräten darf nicht zum Flaschenhals der Digitalisierung werden. Proprietäre Middleware-Lösungen oder allgemeine Integrationsplattformen wie Mirth stoßen hier schnell an Grenzen – sei es durch fehlende Gerätespezifikationen, fragmentierte Logiken oder Lizenzrestriktionen.
medicalvalues Open Device Integration Service zeigt, dass es anders geht: Eine Middleware, die speziell für den Laborbetrieb entwickelt wurde, offen und modular, getragen von einer Community – und auf Wunsch mit professionellem Support betrieben. Für kleine Speziallabore wie für große Kliniklabore bedeutet das: weniger Abhängigkeiten, mehr Flexibilität und eine IT-Architektur, die wirklich zukunftssicher ist.

